
Ausgewogene Darstellung urzeitlicher Streitfragen - Inmitten des oft heftig geführten Konflikts von Darwinisten und Kreationisten ein sicher lesenswertes Buch. Dabei verzichtet der Autor auf bissige Polemik und führt ein in die spannende Welt wissenschaftlicher Kämpfe, Niederlagen und Erfolge. Es geht in diesem Buch also weniger um eine Positionierung für die darwinistische noch für die kreationistische Vorstellung, auch wenn der persönliche Standpunkt des Autors mehr als deutlich wird. Dafür liefert er aber einen tiefen Einblick, dass Wissenschaftler schlichtweg Menschen sind mit ihren Vorlieben, ihren favorisierten Sichtweisen bis hin zu persönlicher Geltungs-oder gar Profitgier. Ein mutiges Buch.
wunderbar! - Kurz und bündig: es ist eine große Freude dieses Buch zu lesen. Es ist spannend wie ein Krimi und sehr informativ. Einfach wunderbar!
Ein wahrer Urzeit-Krimi - Ein ganz hervorragendes Buch!SO und nicht anders sieht es aus, wenn ein Spezialist seines Fachgebietes es schafft, komplizierteste wissenschaftliche Erkenntnisse und Theorien interessierten Laien nahezubringen.Der Autor besticht durch einen ganz hervorragenden Schreibstil. Langeweile kommt niemals auf und man liesst das Buch eher wie einen guten Krimi:Tatort Urzeit. Vergehen Evolution und der arme Archaeopteryx muss als Beweismaterial sowohl für die Anklage als auch die Verteidigung herhalten. Die mit einem Augenzwinkern geschilderten Fehden und Kämpfe der Gelehrten, die natürlich alle die Wahrheit für sich in Anspruch nehmen, haben sich bis heute nicht geändert und ringen mit Sicherheit jedem, der mit der akademischen Glaubensgemeinde vertraut ist, ein Schmunzeln ab. Bitte nicht falsch verstehen: Man muss nicht studiert haben, um dieses Buch zu genießen, es ist nur so, dass man so einiges wiedererkennt.Zufälligerweise habe ich eine Zeitlang in Eichstätt/Bayern, einem der wenigen Fundorte eines fast vollständigen Archaeopteryx, gewohnt. Im dortigen naturgeschichtlichen Museum (das sehr zu empfehlen ist) kann man das Exemplar auch im Original bestaunen. Wenn man mit der Gegend vertraut ist, gestaltet sich das Lesen zu einer amüsanten Reise in die Vergangenheit der eigenen Heimat.Ein klasse Buch!
Solide recherchierte populärwissenschaftliche Unterhaltung - Beginnend beim ersten Archaeopteryx- Fund spannt der Paläontologe und Journalist Paul Chambers einen weiten Bogen bis hin zu den jüngsten Entdeckungen vogelähnlicher Dinosaurier in China. Sein Buch dreht sich um die Umstände, unter denen die Exemplare Archaeopteryx entdeckt wurden und die Umstände, die diese Entdeckungen wiederum verursacht haben. Das erste Exemplar aus Solnhofen geriet mitten in die Debatte zur damals neuen Theorie des Darwinismus. Was hat dieses Fossil nicht alles erlebt? Besessene Forscher, Fälschungsvorwürfe, Diebstähle und, und, und... Chambars bleibt im Stil flüssig und unterhaltsam, so dass man sich nicht einmal langweilt. Kurz und kompakt aber dennoch in notwendiger Gründlichkeit kommen Persönlichkeiten wie Cope, Darwin, Huxley und Marsh zur Sprache, aber auch aktuellere Wissenschaftler wie Ostrom, Bakker und Wellnhofer finden Erwähnung.Das Buch ist jedem Leser zu empfehlen, der krimiähnliche Wissenschaftsgeschichten mag. In die gleiche Krebe wie dieses Buch schlägt übrigens auch das gute Buch Dinosaurierjägervon Deborah Cadbury. Also: Solide recherchiert, gut dokumentiert! Kaufempfehlung!
Ein Mythos wird entschleiert - Er gehört zum Inventar des Schulunterrichts wie die Französische Revolution oder der Satz des Pythagoras: der legendäre Urvogel Archaeopteryx. Wie sonst nur noch der Name seines Dinosaurierkollegen Tyrannosaurus rex geht das Wortungetüm auch denjenigen leicht über die Lippen, die nie Latein gelernt haben. Doch sind Archaeopteryx und Tyrannosaurus rex wirklich „Kollegen? Dieser Frage geht der britische Journalist und Paläontologe Paul Chambers auf rund 300 Seiten nach. Das tut er mit wissenschaftlicher Akribie bei gleichzeitiger Leichtigkeit der Wortwahl - bei einem solchen Thema ein seltener Glücksfall.Als 1861 im bayerischen Solnhofen das erste Exemplar eines Archaeopteryx entdeckt wurde, war Darwins Evolutionstheorie erst seit wenigen Jahren bekannt. Konnte sich eine Art im Laufe der Zeit in eine andere wandeln? War der gefiederte Fund das „Missing link zwischen Dinosauriern und Vögeln? Die Diskussionen verliefen hitzig und der Autor zeigt teilweise mit genüsslichem Spott, wie sehr die Zunft der Wissenschaftler von nationalen Interessen, störrischem Eigensinn, kirchlichen Dogmen und Feilscherei verblendet war. Auch aus diesen Gründen verblieb der erste Fund nicht in Deutschland, sondern gelangte nach London, wo er bis heute im Natural History Museum aufbewahrt wird. Geschickt verknüpft Chambers biografische Einzelheiten z. B. über Richard Owen, den Schöpfer des Wortes „Dinosaurier, mit Einblicken in den Forschungsstand der Vogelentwicklung.Das Verdienst des Autors ist es, nicht im 19. Jahrhundert zu verharren, sondern den Anschluss an die aktuellen Diskussionen zu halten. Während es den meisten von uns genügt, mit dem Wort Archaeopteryx schlicht „Urvogel zu verbinden, haben sich die Wissenschaftler in zwei Lager gespalten: Die einen sehen in jedem Huhn einen verkappten geflügelten Dinosaurier, die anderen haben sich die Parole BAND (Birds Are Not Dinosaurs) auf ihre Fahnen geschrieben. Sie vermuten, dass Dinosaurier und Vögel unter den Reptilien einen gemeinsamen Vorfahren hatten. In den letzten Jahren haben Fossilien aus China die Streitereien erneut angefacht.Dies alles werden auch diejenigen in Chambers Buch gerne nachvollziehen, die sich eigentlich nicht so detailliert für das Thema interessieren, denn dem Autor gelingt es bis zum Schluss, den Spannungsbogen zu halten - etwas, das man sich von so manchem ähnlichen Werk wünschen würde.